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Unsere Kirche - "Evangelische Kirche Bochum-Werne"

Evangelische Kirche Bochum-Werne

Unsere Kirche hat keinen besonderen Namen. Sie heißt Evangelische Kirche, weil es in dem damaligen Ort Werne nur diese eine evangelische Kirche gab. Sie wurde als neugotische Backstein-Kirche nach den Plänen des Architekten Gustav August Fischer aus Barmen gebaut. Das Gebäude ist 42 Meter lang und 17 Meter breit. Es handelt sich bei um eine dreischiffige Hallenkirche, die durch Apsis (Altarnische) und Turm gegliedert wird.

 

Der Grundstein wurde am 28. April 1895 gelegt. Die feierliche Einweihung fand am 21. Oktober 1896 statt. An diesem Tage wurde als Geschenk eine Altarbibel mit einer eigenhändigen Widmung der Kaiserin Auguste Viktoria überreicht.

 

Der Bau der Kirche mit Orgel, drei Glocken und Gestühl hat damals rund 165.000 Mark gekostet. Schon 1906 und dann 1921 wurden wegen erheblicher Bergbauschäden bereits umfangreiche Instandsetzungsarbeiten erforderlich, 1931 zeigten sich starke Schäden am Turm. 1922 erfolgte eine vollständige Neuausmalung.

 

Die Kirche wurde fast genau in Ost-West-Richtung erbaut. Der Turm befindet sich an der Westseite, der Altar steht in Richtung ONO. Vom Kirchenschiff aus führen drei Stufen in den Altarraum.

 

Das Gestühl besteht ausschliesslich aus Kirchenbänken und bietet für ca. 900 Personen Platz. An der Nordwand der Kirche findet sich eine Gedenktafel zum 50-jährigen Gemeindejubiläum im Jahre 1943.

 

Im Jahre 1989 wurde unsere Kirche in die Denkmalliste der Stadt Bochum aufgenommen.

 

 

Der Altarbereich

Der Altar

Der hölzerne Altar besteht aus einem dreigeteilten Altarbild. Das mittlere Bild zeigt eine Szene aus dem Leben Jesu. Jesus sitzt erhöht auf einem kleinen "Berg" in der Mitte des Bildes. Zu seinen Füßen lagert eine Menschenmenge. Jesus lehrt, predigt, verkündet.

 

Auf den Bildern links und rechts davon sehen wir die beispielhafte Darstellung seiner Verkündigung. Zwei der wohl bekanntesten Gleichnisse Jesu sind auf ihnen dargestellt. Auf dem rechten Bild, vom Betrachter aus gesehen, die Rückkehr des "Verlorenen Sohnes", auf dem linken das Gleichnis vom "Barmherzigen Samariter".

 

Beiden Gleichnissen gemein ist die Liebe, die Liebe des Vaters (Gott) zu seinem schuldig gewordenen Sohn und die Liebe des Samariters zu seinem Nächsten. Die Bilder sind im "Nazarener Stil" auf Kupferplatten gemalt.

 

Auf dem hölzernen Altartisch steht ein ca. 80 cm hohes Altarkreuz aus weißem Marmor mit der Inschrift: "Geschenk der Konfirmanden Herbst 96 & Ostern 97".

 

Neben dem südöstlichen Pfeiler befindet sich der Taufstein mit einem hölzernen stark gegliederten Deckel. Der Taufstein trägt die Inschrift: " Geschenk des ev. Arbeitervereins".

 

An der hölzernen Kanzel finden wir die Reliefs der vier Evangelisten. Über den Altar hinaus ragt die Empore mit der alten Orgel. Im 2. Weltkrieg ist der Altarraum der Kirche durch eine Bombe schwer beschädigt worden.

 

Links und rechts vom Altarraum befinden sich auf beiden Wandseiten Schriftzüge in gotischen Letter. Über dem hölzernen Windfang lesen wir: Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein (Jak.1,22), und auf der Taufsteinseite steht geschrieben: Siehe ich binbei euch alle Tage bis an der Welt Ende (Matth.28,20). Der Spruch aus dem Jakobusbrief findet sich auch im Erich-Brühmann-Haus wieder.

Taufbecken
Kanzel

Die Orgel

Die 3. Orgel im Turm der Kirche

Dabei wurde auch die Orgel in Mitleidenschaft gezogen. 1950 erklang die "neue alte" Orgel wieder. Bei ihrem Wiederaufbau wurde sehr viel altes Material verwendet und der Prospekt mitsamt Pfeifen umgestaltet. Da jedoch beim Wiederaufbau des Altarraums über der Orgelempore ein Kreuzgewölbe eingezogen worden war, verschlechterte sich der Klang der Orgel. Aus diesem Grund wurde die 3. Orgel später auf die gegenüberliegende Empore in die Wandöffnung zum Turm gesetzt.

 

Das Presbyterium entschloss sich zum Neubau, weil eine nochmalige Renovierung nicht lohnenswert erschien. Die neue Orgel ist am 6. Mai 1973 eingeweiht worden. Sie besitzt 2 Manuale, Pedal und hat 23 Register. Sie ist das "Meisterstück" eines Orgelbauers der Firma Führer, Wilhelmshafen.

 

Die alte Orgel ist nicht mehr bespielbar, weil ein großer Teil des "Inneren" zugunsten der neuen Orgel verkauft wurde. Der Prospekt wurde so belassen, bis sich eine bessere Lösung zur Gestaltung des Chorraumes findet.

 

Die Fenster

Von 1959 bis 1968 wurden die bleiverglasten Fenster eingesetzt. Die vier großen Fenster zeigen uns die vier Evangelisten. Auf den acht Emporenfenstern finden wir die Hauptgedanken der Feste des Kirchenjahres wieder. Die unteren Fenster stellen den Lebensweg Jesu dar. Hier folgt eine kurze Beschreibung der Motive:

 

1. und 2. (Doppelfenster) Hirten vernehmen erschreckt die Botschaft des Engels: Siehe, ich verkündige euch große Freude.

3. Weise beten das Jesuskind in der Krippe an.

4. Josef und Maria mit dem Jesuskind auf der Flucht nach Ägypten.

5. Jesus lässt sich von Johannes taufen.

6. Jesus rettet den sinkenden Petrus.

7. Ein Engel stärkt Jesus im Garten Gethsemane.

8. Jesus wird gefangen genommen.

9. Jesus wird verspottet und gegeisselt.

10. Der gefolterte Jesus wird dem Volk vorgeführt.

11. Jesus stirbt am Kreuz.

12. Ein römischer Hauptmann erkennt: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen.

13. Jesu Leichnam wird vom Kreuz genommen.

14. Jesus steigt aus dem Grab.

15. Die Frauen stehen am leeren Grab.

16. Thomas glaubt an den auferstandenen Herrn.

17. und 18. (Doppelfenster) Die Apostel empfangen den Heiligen Geist.

19. Jesus überwindet Saulus (Paulus).

20. Paulus begibt sich mit dem Schiff auf Missionsreise.

21. Darstellung der Symbole Taube, Ähren, Brot und Kelch.

22. Darstellung der Symbole CP (Christus), Schlüssel, IHS (Jesus, Sohn, Retter).

23. Darstellung der Symbole Krone, Kreuz auf der Weltkugel und dem Text: Der Herr ist König ewiglich.

 

Die Glocken

Im Turm hängen vier Glocken. Die vierte Glocke besitzen wir erst seit 1903, als der Kommerzienrat Hugo von Waldthausen die größte Glocke stiftete. Im folgenden nun eine Auflistung des Klang (Tons), des Gewichts und der Inschrift jeder Glocke:

 

Kl = g' - 13,5 Ztr. - Eine feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen.

K = e' - 22,0 - Ztr. - Ihr Menschen denkt beim Stundenschlag: Es schwindet hin des Lebens Tag. Gerüstet seid zu jeder Zeit, dass ihr erlangt die Seeligkeit.

M = des' - 31 Ztr. - Des Morgens, wenn die Sonn' aufgeht, wenn mittags im Zenith sie steht, und abends wenn erlischt ihr Schein, lad ich die Menschen zum Beten ein.

G = b - 53,5 Ztr. - Evangelisch bis zum Sterben, deutsch bis in den Tod.

 

Die Tageslosung

Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Sonntag, 24. September 2017:
Losungstext:
Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst.
5.Mose 30,19
Lehrtext:
Jesus spricht: Ich bin gekommen, damit sie das Leben in Fülle haben.
Johannes 10,10